Bibliografie
1. Januar 2008
Königshausen & Neumann
Regine Elzenheimer
Pause. Schweigen. Stille.
Dramaturgien der Abwesenheit im postdramatischen Musik-Theater.
Munchs schreiendes Gesicht, das seine Spur als Anspielung unter anderem auch durch zahlreiche Werke Francis Bacons zieht, findet eines seiner deutlichsten Zitate in den Selbstportraits Gottfried Helnweins. Susanne Vil schrieb über Helnweins Selbstportrait von 1983, das den Künstler mit verbundenem Kopf und schreienden Mund zeigt: "Der Aufschrei den das stumme Medium verschweigt, bricht in jedem Betrachter selbst aus."
...Das Paradox des stummen ungehörten Schreis durchzieht nicht erst seit Edward Munchs expressionistischem Gemälde "Der Schrei" (1893) als ein Topos der Modernen Kunst und Literatur.
Vgl. hierzu auch: Hilde Zaloscer: "Der Schrei> Signum einer epoche> Das expressionistische Jahrhundert. Bildende Kunst, Lyrik, Prosa, Theater, Wien, 1985. - Munchs schreiendes Gesicht, das seine Spur als Anspielung unter anderem auch durch zahlreiche Werke Francis Bacons zieht, findet eines seiner deutlichsten Zitate in den Selbstportraits Gottfried Helnweins. Susanne Vil schrieb über Helnweins Selbstportrait von 1983, das den Künstler mit verbundenem Kopf und schreienden Mund zeigt: "Der Aufschrei den das stumme Medium verschweigt, bricht in jedem Betrachter selbst aus."dies.: "erstickter Schrei. Über Kunst und Botschaft im postmodernen Dschungel transkultureller Rätsel", in Polyaistesis 5, (1990).
# Broschiert: 273 Seiten
# Verlag: Königshausen & Neumann; Auflage: 1
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3826034414
# ISBN-13: 978-3826034411
Kurzbeschreibung
Von Heinrich von Kleists Gedankenstrichen über Richard Wagners tönendes Schweigen und Maurice Maeterlincks statisches Theater bis hin zu Luigi Nonos schweigenden Gesängen, Wolfgang Rihms tobender Stille oder Helmut Oehrings Komposition der Gebärdensprache lässt sich seit Beginn des 19. und vor allem im Verlauf des 20. Jahrhunderts beobachten, dass Pausen, Schweigen und Stille in der musikalischen und theatralen Ästhetik eine neue, konstitutive Dimension gewinnen. Sie emanzipieren sich von der Definition ex negativo ebenso wie von einer rhetorischen, komplementären oder metaphorisch-repräsentativen Funktion zu einem eigenen diskursiven und ästhetischen Verfahren. Die vorliegende Studie untersucht in einer Art Engführung von Musik, Theater und Musiktheater exemplarisch diesen ästhetischen Funktions- und Bedeutungswandel von Unterbrechung und Abwesenheit im Hinblick auf seine Relevanz für ein postdramatisches Musik-Theater.
Über den Autor
Regine Elzenheimer (geb. 1967), Studium der Germanistik, Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Philosophie. Arbeit als Dramaturgin u.a. an der Oper Frankfurt, für das Mutare Ensemble, die EXPO2000 in Hannover und die Staatsoper Stuttgart. Lehrbeauftragte und 1997-2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Theaterwissenschaft an der Universität Frankfurt/M. Promotion mit der vorliegenden Studie. Weitere Publikationen zu übergreifenden Themen der Neuen Musik, des zeitgenössischen Musiktheaters und des postdramatischen Theaters.




nach oben