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24. Mai 2013
derStandard
MICKEY-VERSUS-MOUSE
MICKEY VERSUS MOUSE
Jüngste Wochenbilanz bringt Dorotheum auf neuerlichen Rekordkurs
Im internationalen Auktionsangebot sind Arbeiten Gottfried Helnweins kaum anzutreffen. Sammler scheinen sich nur selten von seinen Arbeiten zu trennen, eine Theorie, die Albertina-Kuratorin Elsy Lahner bestätigen kann, die anlässlich der aktuellen Retrospektive (bis 13. 10.), mit etwa 40 privaten Leihgebern verhandelte. Frühe Werke fanden sich in Österreich und Deutschland, solche ab den 1990ern eher in internationalern Gefilden wie in den USA.
Ebendort notierte Sotheby's 2011 auch den bis vergangene Woche gültigen Auktionsweltrekord: Midnight Mickey, ein drei Meter breites Gemälde von 2001, das in New York für umgerechnet 80.600 Euro den Besitzer wechselte. Im Zuge der zweiten Auktionswoche des Dorotheums (13.-17. 5.) lauerte in den Reihen der zeitgenössischen Protagonisten ein aus dem gleichen Jahr datierender Thronfolger namens Mouse III. Entgegen der Taxe (netto 55.000-70.000 Euro) dirigierte Auktionator Raphael Schwarz die Gebote bis zu 110.100 (brutto, inkl. Aufgeld) und erteilte den Zuschlag damit zum neuen Künstlerweltrekord.
Mouse III
oil and acrylic on canvas, 2001, 160 x 240 cm / 62 x 94''
Rekorde bringt der Mai
Und es war dies nicht der einzige Superlativ dieser Woche, in der das Dorotheum drei neue Absatzbestmarken verzeichnete: Sowohl in der Sparte Klassische Moderne (brutto 4,15 Mio. Euro, davor Höchstwert Mai 2011 mit 4,10 Mio.) als auch bei Silber (1,92 Mio.; Mai 2010: 1,87 Mio.) und bei zeitgenössischer Kunst (5,65 Mio.; Mai 2012: 5,61 Mio.) übertraf man die bisherigen Umsatzwerte.
An die Spitze der höchsten Zuschläge der Woche setzte sich Giorgio Morandis A Pietro Feroldi bei 389.300 Euro. Auf Platz zwei nominierten anonyme Käufer ex aequo Ilya Kabakovs Die Toilette (2001) und Fernand Légers Composition au fond jaune (1932) mit je 366.300 Euro.
Bei angewandter Kunst überzeugte in der Sparte Jugendstil (Umsatz: 990. 428) die von Josef Hoffmann im Auftrag Paul Wittgensteins entworfene und von der Wiener Werkstätte um 1905 ausgeführte Toilettegarnitur (50.000- 70.000), die sich Patrick Kovacs im Namen eines amerikanischen Sammlers für 172.860 Euro sicherte. Bei Silber verdankt man die Topwerte wohl russischer Klientel, wiewohl das Auktionshaus zu den Nationen keine Details nennen will: Für das Starlot der Offerte (25.000-35.000), einen silbervergoldeten Sankt Petersburger Samowar mit graviertem Zarenmonogramm, kletterten die Gebote bis auf 122.300 Euro.
Zusammen mit den Verkäufen der Sparten Design (rund 840.000), Juwelen (1,04 Mio.) sowie Armband- und Taschenuhren (rund 592.000) summierten sich die Ergebnisse der zweiten Auktionswoche auf 15,2 Millionen Euro, den höchsten bei Mai-Auktionen je in der Geschichte des Unternehmens erzielten Umsatz.
(kron, Album, DER STANDARD, 25./26.5.2013)




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