Österreich
20. Juni 2014
Kleine Zeitung
ORF/APA
Promis im Beichtstuhl
Wohin geht die Kunst? Diese und andere Fragen sollen in einem Beichtstuhl beantwortet werden. Konsulent der neuen ORF-Doku ist Robert Dornhelm.
Minister Josef Ostermayer konnte ebenso als Gast gewonnen werden wie etwa Arnulf Rainer oder Gottfried Helnwein. Am Ende soll es eine 50-Minuten-Fassung für den ORF und eine 70-Minuten-Version für Filmfestivals geben.
Vor 15 Jahren sorgte ein Filmprojekt bei der letzten Biennale des vergangenen Jahrtausends für Aufsehen: Robert Dornhelm stellte in einem venezianischen Palazzo einen von Frank Gehry entworfenen "Confessional" auf und nahm unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus Film, Kunst, Medien, Politik und dem "ganz normalen Leben" eine Kunstbeichte ab.

2014 zieht nun der Kunstbeichtstuhl vom Canal Grande nach Wien ins Schloss Belvedere. Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz besuchte den dortigen Marmorsaal, wo kürzlich diverse Szenen für die neue Doku "State of the Art" entstanden. Er machte Dornhelm gleich Komplimente zu dessen jüngst beendeten "Tatort"-Krimi "Nullsummenspiel": "Bei der Abnahme im ORF-Zentrum waren alle hellauf begeistert."

Der Regisseur: "Entgegen meinen Erwartungen ist daraus ein menschlicher, spannender Film geworden. Allerdings hätte ich lieber einen anderen Titel. ?Gier' würde mir gefallen, denn darum geht es eigentlich." Ausgestrahlt wird dieser "Tatort" 2015.

Zu "State of the Art", wo sich Robert Dornhelm nur als "künstlerischer Konsulent" bezeichnet, der Seite an Seite mit seiner "geschäftsführenden Muse" Nadia Weiss arbeitet: "Beim ?Venice Project' 1999 im Palazzo Volpi wollten wir den Zustand der Kunst prüfen und gingen im Handlungsstrang auch 200 Jahre zurück. Dennis Hopper spielte einen Mann, der vom Venice Beach in Kalifornien aufbrach, um seine - von Lauren Bacall gespielte - Schwester in ihrem Palazzo in Venedig zu besuchen. Dabei brachte er ihr einen Kunst-Beichtstuhl mit, in dem zahlreiche bekannte Persönlichkeiten eine Beichte ablegen sollten."

Fortsetzung

Heuer entstand die Idee, die Geschichte 15 Jahre später fortzusetzen. "Auch Museumsdirektorin Agnes Husslein legte nun eine Beichte ab - und ich selbst ebenfalls", erzählt Dornhelm, der dafür die Proben zu seiner Inszenierung von "Aida" im Steinbruch zu St. Margarethen (Premiere am 9. Juli) unterbrach. "Zudem wollen wir auch unveröffentlichte Szenen aus dem ?Venice Project', etwa mit Woody Allen, einbauen", verrät er. Minister Josef Ostermayer konnte ebenso als Gast gewonnen werden wie etwa Arnulf Rainer oder Gottfried Helnwein. Am Ende soll es eine 50-Minuten-Fassung für den ORF und eine 70-Minuten-Version für Filmfestivals geben.

Zur person

Robert Dornhelm wurde am 17. 12. 1947 in Rumänien geboren, er emigrierte 1961 nach Österreich.

Filme: u. a. "Requiem für Dominic", "Der Unfisch", "The Venice Project", "Kronprinz Rudolf", "Krieg und Frieden", "La Bohème", "K2 - The Italian Mountain".

"State of the Art" soll am 25. August im ORF laufen.





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